Teil eines Werkes 
2. Buch (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Wohl des allerſchönſten Mädchens von Marburg auf das Wohl von Gertrud am Thore!

EinSalamander iſt in der Sprache der Studen⸗ ten nicht jenes fabelhafte Thier, mit welchem wir An⸗ dern die Vorſtellung von Feuerfeſtigkeit und Unverbrenn⸗ lichkeit verbinden. Der Salamander iſt in dieſer Sprache überhaupt kein Thier, ſondern eine Ceremonie, eine Trinkceremonie, bei welcher die Gläſer mehr dazuſein ſcheinen, um mit ihnen zu klappern, als aus ihnen zu trinken. Luſtiges, unvernünftiges, lärmendes Studenten⸗ leben! Wir wollen dich nicht beſſer machen, als du biſt; aber wir wollen niemals vergeſſen, daß diejenigen Jahre, die wir in dir vertummelten, unſere fröhlichſten geweſen!

Hurrah! ſchrie daher die ganze Brüderſchaft, als ſie von dem Salamander hörten; aber der Leutnant überbot ihre Stimmen, indem er zum Trinken comman⸗ dirte, worauf ein Zeder ſein dickbauchiges Glas mit einer Gewiſſenhaftigkeit leerte, die einer beſſeren Sache werth geweſen wäre. Alsdann ſetzte der Leutnant ſein Glas mit einem furchtbaren Schlag nieder, dreißig, vier⸗ zig andere Schläge folgten demſelben, und während die Brüderſchaft mit allen Gläſern ein donnerähnliches Ge⸗ trommel auf den Tiſchen ausführte, tönte, wie über dem Brauſen des Schlachtfeldes, der Ruf des Commandiren⸗ den:Exercitium Salamandris eins eins zwei drei eins... und bei dem letztenEins ſchlugen wieder alle Gläſer, wie beim Anfang auf den Tiſch! Es iſt nun die große Schönheit und V

dieſer ſinnreichen Ceremonie, daß ſie gleichſam n . Straßenſängerin II. 2