Inzwiſchen ſprach ſie gern von ihrer frommen Schweſter gegen ihre freigeiſteriſchen Freunde und wußte die Religion gegen den ruſſiſchen Grafen Stroyef und gegen den griechiſchen Fürſten Cantacu⸗ zeno, die beiden glänzendſten ihrer Anbeter, mit ſol⸗ chem reizenden Eifer zu vertheidigen, daß ſie ſich bald den Beinamen der la pelle buritaine zuzog. Wer Virginien beſſer kannte, wußte indeſſen wol, daß es ſie, wenn zu irgend einer Kirche, mehr zur katholi⸗ ſchen zog. Gegen Phhllis wenigſtens wünſchte ſie oft, wenn ſie Abends aus einer ihrer glänzenden Ge⸗ ſellſchaften kam und ſich recht unglücklich fühlte, ſie wäre in einem katholiſchen Lande geboren und könne ihr Leben in einem Kloſter ausweinen.
Wer weiß, was geſchieht, wenn einſt der Herbſt des Lebens die junge Roſe entblättert, und die Welt, nachdem ſie aufgehört ihr zu huldigen, ihren Glanz für ſie verloren! Vielleicht, daß ſie dann durch einen förm⸗ lichen Uebertritt ihr quälendes Gewiſſen beruhigt und ſomit den zürnenden Geiſt ihrer Großmutter verſöhnt,
der ſtrengen Lucia Loſada, deren heißes Blut in ihren Adern glüht!


