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amerikaniſcher Geſandter in Neapel eben keine andern wichtigen Geſchäfte hat, als ſeine neuntauſend Dol⸗ lars jährlichen Gehaltes zu verzehren, ſo ward es ihr leicht, nachdem ſie ein paar Wochen in Neapel zugebracht und Rom, Florenz und Venedig beſucht hatte, ihren Gemahl zu beſtimmen, den größten Theil des Jahres in Paris zuzubringen. Denn die Geſellſchaft, in der ſie glänzte, war ihr tauſendmal intereſſanter und riß ſie mehr aus ihrem unglücklichen Selbſt her⸗ aus als alle Antiken und alle Gemälde der Welt. Mr. Carroll ſchlug eine Reiſe nach Deutſchland vor; aber dazu war ſie auf keine Weiſe zu bringen. Sie haßte die Deutſchen und hatte alle deutſche Bücher aus ihrer Bibliothek verbannt. In einem Wirbel von Zerſtreuungen hoffte die Unglückliche ihr Gewiſſen und ihr darbendes, liebedürſtendes Herz zu übertäuben. Mit einer Art von leidenſchaftlicher Sehnſucht gedachte ſie ihrer Schweſter Sarah, die ſie ihre Hei⸗ lige nannte. Wenn einer der ſeltnen Briefe eintraf von der Trefflichen, die fort und fort im fernen Afrika dem Herrn Seelen gewann, ſo war es ein Feſttag für Virginien. Ein ſolcher Brief ſteckte jedes⸗ mal ein kleines ſtilles Lichtchen in ihrem Herzen an, aber es ward von den tauſend flackernden Lichtern ihrer weltlichen Freuden weit überſtrahlt.


