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die Stirn, gleichſam als wollte ſie damit Alles weg⸗ wiſchen, was ſie im Genuß ihrer lieblichen Hoffnun⸗ gen ſtörte. Lächelnd nahm ſie ein Stück des zuge⸗ ſchnittenen Weißzeuges nach dem andern aus dem Körbchen, breitete mit anmuthigem Wohlgefallen auf ihrem Schooſe die kleinen Hemdchen und Jüpchen aus, faltete Alles zierlich wieder zuſammen und über⸗ ließ ſich, fleißig nähend, dem Laufe ihrer ſüßwehmü⸗ thigen Gedanken.
Armes, geliebtes Kleines! dachte ſie; du ſollſt nicht in dem theuren deutſchen Vaterlande das Licht der Welt erblicken! Du wirſt kein Deutſcher ſein, biſt du ein Knabe! Biſt du ein Mädchen, keine Deutſche ſein! Dein Herz wird dir nicht freudiger ſchlagen, wenn du an den herrlichen Rheinſtrom denkſt, oder an die Paläſte der Natur, die Alpen Salzburgs und Tyrols! Nicht ſtolzer, wenn du von den deutſchen Landsleuten hörſt, in welchen die Menſchheit ſich in ihrer höchſten geiſtigen Blüte entfaltete, an Luther, Leibnitz, Goethe, Beethoven, Humboldt! Deine Bruſt wird dir nicht zu ſpringen drohen vor Zorn und Liebe, wenn du dir einſt das zerriſſene, zerſtückte, blutende Deutſchland vergegenwärtigſt, über deſſen Loos ſeine Fürſten mit Fremden berathen, über deſſen Geſtal⸗ tung Fremde verfügen! O der Schmach!


