3 ſagte ſie,„unſere arme Virginia nicht ſehr tief krän⸗ ken wollen— und ich weiß, das wollen Sie nicht—
— ſo bitt' ich Sie dringend, brauchen Sie allen Ihren Einfluß, daß der unvorſichtige junge Mann für Nicht ſchuldig» erklärt werde, oder wenn das unmöglich iſt, daß man ihn entfliehen laſſe.“
Während Sarah ſprach, war die unwillkommene Wahrheit mit einer ſchneidenden Gewalt in ihres Vaters Gemüth eingedrungen. Jetzt verſtand er Alles: ihre leidenſchaftliche Vorliebe für die deut⸗ ſche Sprache, deutſche Muſik, ihre neuen Ideen von
₰ Freiheit, Gleichheit und Menſchenrechten, ihren plötzlich entſtandenen Widerwillen, ihren Vetter zu heirathen und ihre jetzige fieberhafte Unruhe. Ganz anders als
die gute Sarah gehofft, war der Eindruck, den ihre Entdeckung auf ihren Vater machte. Er glaubte in der That Virginiens Herz beſſer zu verſtehen, als ihre Schweſter.„Dies leidenſchaftliche Gemüth gibt
ſich ganz oder gar nicht“, dacht er. So lange dieſer
Abenteurer frei iſt, bleibt ihr Hoffnung. Laß ſehen,
ob er ihr noch gefallen wird, wenn er die Züchtlings⸗ b, jacke ein paar Jahre getragen hat und das Haar ihm abgeſchoren iſt. Die Schande muß ihr ihn verächtlich machen, oder ſie wäre meine Tochter nicht.“
5


