daß es Virginia ſei, die ausgehe, Kundſchaft einzu⸗ ziehen, und nicht erkannt ſein wollte. Auch ihr Ge⸗ müth war ſehr bewegt.„O möchten die unglücklichen Sklaven ſicher entkommen!“ ſeufzte ſie,„und möchte der arme Bergedorf— wenn er es iſt— die Gefahr ſeiner Miſſion erkennen! Er ſcheint ein edler Mann zu ſein. Seine Beſcheidenheit, ſeine Enthaltſamkeit bei Virginiens feurigem Weſen! Gewiß ich muß über das arme Herz wachen! Ich muß durch Warnung ihr zeigen, daß ich ihre Freundin bin.“
Nach weniger als einer Stunde kehrte Virginia zurück. Sie ward als Miß Oſten von dem Bedienten eingelaſſen und ſchlüpfte als ſolche in die Bibliothek, wo ſie Hut und Mantel abwarf. Dann ging ſie in ihr Zimmer und ſchickte Phyllis nach Klotilden.
Als Klotilde eintrat, gab Virginia Phyllis eben ein Kleid mit dem Auftrag, es ſogleich für ſie in der Küche aufzuplätten. Sie verriegelte hinter dem Mäd⸗
ſchen die Thür und ſah, ob auch die ihres Cabinets
verſchloſſen war. Dann warf ſie ſich der Freundin an den Hals. Ihre ſchönen Augen funkelten, ihre Wangen glühten. „Er iſt es!“ flüſterte ſie;„es iſt Bergedorf, er, deſſen Bild ewig in mir lebt.“ „Haben Sie ihn geſehen?“
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