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Die Blumen richten wieder Schau hoffend auf gen Himmel, Empor ihr Angeſicht; Wie's heut die Blume thut! Mit Thränen auf den Wangen Und Frieden kehret wieder Schaun ſie ins Sonnenlicht. Zu dir in Freud und Luſt,
Und könnt ein herbes Leiden Und wie's auf Erden taget,
Je trüben deinen Muth: So tagts in deiner Bruſt.
Aug. Hch. Hoffmann v. Fallersleben.
78. Spruch am Morgen.
Die Morgenſoune tritt hervor Ein Danklied an dem Herrn der Welt, Aus goldumſäumter Wolke, Der Engelwachen ausgeſtellt, Auf, Seele! ſchwinge dich empor Im Schlaf dich zu bewahren Und ſtimm mit allem Volke Vor Sünden und Gefahren.
Julius Sturm.
79. Früh Morgens.(Monolog des Fauſt.)
Des Lebens Pulſe ſchlagen friſch lebendig, Aetheriſche Dämmrung milde zu begrüßen; Du Erde warſt auch dieſe Nacht beſtändig, Und athmeſt neu erquickt zu meinen Füßen, Beginneſt ſchon mit Luſt mich zu umgeben, Du regſt und rührſt ein kräftiges Beſchließen, Zum höchſten Daſein immerfort zu ſtreben.— In Dämmerſchein liegt ſchon die Welt erſchloſſen, Der Wald ertönt von tauſendſtimmigem Leben, Thal aus, Thal ein iſt Nebelſtreif ergoſſen; Doch ſenkt ſich Himmelsklarheit in die Tiefen Und Zweig und Aeſte friſch erquickt, entſproſſen Dem duftgen Abgrund, wo verſenkt ſie ſchliefen; Auch Farb an Farbe klärt ſich los vom Grunde, Wo Blum und Blatt von Zitterperle triefen, Ein Paradies wird um mich her die Runde. Hinaufgeſchaut!— Der Berge Gipfelrieſen Verkünden ſchon die feierlichſte Stunde, Sie dürfen froh des ewigen Lichts genießen, Das ſpäter ſich zu uns hernieder wendet. Jetzt zu der Alpe grün geſenkten Wieſen Wird neuer Glanz und Deutlichkeit geſpendet, Und ſtufenweis herab iſt es gelungen; Sie tritt hervor!— und leider ſchon geblendet, Kehr ich mich weg, vom Augenſchmerz durchdrungen.— Job. Wolfg. v Goethe.(Fauſt 2r Tbeil.)


