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Do fliegt e hungrig Spätzli her! Do heſch! Loß andern au dervo! E Brösli Brot wär ſi Begehr. Biſch hungerig, chaſch ¹) wieder cho²³)!— Es luegt ein ſo erbärmli a;'s mueß wohr ſy, wie'se Sprüchli git: *s het ſider nächti nüt meh gha.„Sie ſeihe ³) nit und ernde nit; Gell, Bürſtli, ſell iſch andri Zit, Sie hen kei Pflueg und hen kei Joch, Wenns Chorn in alle Fure lit? Und Gott im Himmel nährt ſie doch ²)“.
Joh. Peter Hebel.
55. Beim friſchgefallnen Schnee. Eingeſchneit iſt Weg und Steg, Treulich gräbt ſich ein die Sput,
Ueber Straß und Feld hinweg Wenn im Fluge Vöglein nur Liegt der Teppich ausgeſpreitet, Mit den Schwingen drüber ſtreichen. Und im weichen, weißen Grund Heilge Wahrheit, wann wird ſich Gibt durch tiefe Spur ſich kund Um die Seele feierlich Alles, was darüber gleitet. Dein lichtweißer Teppich legen, Jeder flüchtge Menſchentritt, Daß darauf ſich präge klar, Der nur leis vorüberſchritt, Wie im Herzen unſichtbar Drückt hinein der Füße Zeichen; Die Gedanken ſich bewegen?
Abolf Stöber.
56. Winternacht. Verſchneit liegt rings die ganze Welt, Der Wind nur geht bei ſtiller Nacht
ch hab Nichts, was mich freuet, Und rüttelt an dem Baume,
Verlaſſen ſteht der Baum im Feld, Da rührt er ſeinen Wipfel ſacht Hat längſt ſein Laub verſtreuet. Und redet, wie im Traume. Er träumt von künftger Frühlingszeit, Von Grün und Quellenrauſchen, Wo er im neuen Blütenkleid
Zu Gottes Lob wird rauſchen. Joſ. Frhrr. v. Eichendorff.
57. Der Jenner. Im Aetti*) ſetzt der Oeldampf zue. Er ſeit:„J bi ne b'liebte Ma), Mer chönnte's Aempeli uſe thue²), Der Stern am Himmel lacht mi a, Und d'Läden uf. Der Morgeſchii ¹) Er glitzeret vor Luſt und Freud,
Blickt ſcho zum runde Naſtloch i.— Und mueß er furt, ſen iſchs em Leid; O lueget*) doch, wie chalt und roth Er luegt mia, und cha's nit lo ¹), Der Jenner uf de Berge ſtoht! Und würd bizite*¹) wieder cho ¹2).
1) kannſt.— 2) kommen.— 3) ſäen.— 4) Sehet die Vögel unter dem Himmel an; ſie ſäen nicht,
ſie ernten nicht, ſie ſammeln nicht in die Scheuern und euer himmliſcher Vater nähret ſie doch. Matth. 6, V. 26. Luc. 12, 24. 5) Vater.— 6) das Licht auslöſchen.— 7) Morgenſchein.— 8) ſehet.— 9) Mann.— 10) kanns nicht 3 laſſen.— 11) beizeiten.— 12) kommen. 6


