„— 146— hinterbringen zu laſſen, aber er fuͤrchtete, daß den traurige Botſchaft ihrer Niederkunft ſchaͤdlich ſehn dürfte; indeſſen erfuhr er bald hernach, daß
ſie beſſer von Allem unterrichtet ſe, als er wuͤnſchte.
Da es ihr unmoͤglich unbekannt geblieben ſepn konnte, daß Don Karlos als Opfer der Eiferſucht ſeines Vaters gefallen war, ſo that ſie ſich keinen Zwang an, den tiefen Schmerz zu aͤußern, den ſie daruͤber empfand. Ihr gerechter Unwille ver⸗ ſetzte den Koͤnig in neue Unruhe. Er glaubte Alles von ihrem Muthe befürchten zu muſſen, und mehr noch von der außerordentlichen Achtung, die der franzoͤſiſche Hof fuͤr ſie hegte, und von der engen Verbindung, die ſie mit ihrer Mutter, der Konigin, unterhielt.
Wenige Monate nach Don Karlos Tode trat eines Morgens die Herzogin von Alba, welche eine der erſten Chargen am Hofe der Koͤnigin hatte, in das Zimmer der letztern mit einer Ar⸗
zenei in der Hand. Die Koͤnigin ſagte ihr, daß


