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Der Novellist : eine Geschichte in 8 Dutzend Denkzetteln aus dem Taschenbuche des Helden / herausgegeben von Arnold Ruge
Entstehung
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Und nun, hoffe ich, hat mein Gefangner durch den Anfang ſeines Prozeſſes wenn gleich die Ausſicht auf eine langwierige Gefangenſchaft in den Banden der ſchö⸗ nen Minna, doch zugleich auch das gewonnen, alle Ihre Bedingungen, Herr Geheimer Rath, erfüllt zu haben. Denn ſein Geſchäft iſt ein unphiloſophiſches und offenbar einträgliches, hier iſt ſeine Anerkennung durch das Di⸗ plom des poeta laureatus; und ich dächte das wäre Alles, was Sie verlangt hätten.

Es iſt wahr, das iſt Alles; aber, meine liebe Toch⸗ ter, wie ſteht es mit dem Meiſterſtück, das er Dir bringen ſoll?

Väterchen; das Trauerſpiel, beſinnſt Du Dich nicht darauf? ich hab' es Dir ja gezeigt.

Gut, mein Kind, ich will es denn in dieſer Bezie⸗ hung noch einmal in Erwägung ziehn.

Ei das iſt gar nicht nöthig. Ueber das Meiſterſtück hab' ich Dir damals durchaus kein Urtheil zugeſtanden, das iſt lediglich meine Sache; und ich, ich nehm' es an und mit ihm meinen lieben Herzensmeiſter, der es ge⸗ macht hat.

Nun wohl, ſo geb' ich Dich frei.

Und ich gebe Dich, mein Sohn, ſagte der Kriegs⸗ ratb, für Deine Umtriebe in die ewige Gefangenſchaft; trage ſie wie Du kannſt und mit derjenigen Geduld, zu welcher ich meines Orts mich nie habe entſchließen können.

Nun das muß wahr ſein, bemerkte Axel, der Herr giebts den Seinen im Schlaf; ſowohl die Novelle, als