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Der Jud' iſt toll, ſie ſind ja lebendig und geſund, wurde gerufen.
Wir wollten reden, allein der Burgemeiſter hieß uns heftig auffahrend ſchweigen, bis wir gefragt würden.
Gewiß, fuhr der Jude fort, haben dieſe beiden die Kleider der Ermordeten angezogen und ihre Pferde ge⸗ nommen.
Sehr wahrſcheinlich, bemerkte der Burgemeiſter.
Aber da müßten doch unſre Kleider blutig und durch⸗ löchert ſein, wandte ich ein.
Er hat nichts zu räſonniren, das wird ſich beim Verhöre finden.
Herr Burgemeiſter, Herr Burgemeiſter, rief der Jude aus, als er meine Stimme erkannte, das iſt ein höchſt gefährlicher Menſch, ein Staats⸗ und Hochver⸗ räther, ich kenn' ihn perſönlich, gewiß, er iſt aus dem Berliner Gefängniſſe entſprungen und geht nun auf Raub aus, und ſehn Sie nur alle viere drauf an: Es ſind alle Hochberräther, kennen Sie nicht dieſe altdeutſche Tracht, die verboten iſt? und daß es Räuber ſind, das hab' ich mit meinen eignen Augen geſehn. Gott ſoll mich ſtrafen, wenn ich nicht in allen Dingen die pure klare Wahrheit rede. Laßt ſie um Gottes Willen nicht frei, ſie ermordeten mich Menſchen, weil ich es nachgeſagt.
Davor ſeid ihr ſicher. Gerichtsdiener, werft ſie ins Gefängniß und knebelt ihre Pferde! Ihr Geld und ihre Briefſchaften ſollen aufs Rathhaus kommen. Ich will


