Druckschrift 
Wittgens Raubschloß : eine Sage / [August Rublack]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—— *

— 199—

ken, und ein elender Pferdedieb geworden; den ſchoͤnen Dank aber habe ich dem Schoͤnberg mit Kreide in die Krippe geſchrieben, doch hat er ihn um den Haber ſchon verdient, der Rappe iſt glatt wie ein Aal!“

Mit dem edlen Thiere war ſeinem Herrn ein neues Leben geworden, und willig gab er, am naͤchſten Tage, Herrmanns Einladung zu einem Spazierritte Gehoͤr, da dieſer ſich verbuͤrgte, ihn auf Wegen zu fuͤhren, die ſicher waͤren, und ihm Frende machen ſollten. Dabei lachte er nach ſeiner ausgelaßnen Weiſe, daß es in den Bergen wiederhallte, und pfif ſich dann ein Schelmſtuͤck⸗ chen mit recht ſchlauer Miene. Sein ganzes We⸗ ſen verrieth, daß ihn etwas Außerordentliches be⸗ ſchaͤftigte, doch Wittgen achtete nicht darauf, und folgte ihm leichteren Herzens im raſchen Trabe, durch den endloſen Wald.— Es dunkelte ſchon, und Wittgen mahnte ſeinen Begleiter an die Heimkehr, doch dieſer meinte, der Weg ſey nicht lang, und noch habe er ein kleines Geſchaͤft ab⸗ zumachen. Indem er das ſagte, ſtieg er ab, und friſches Pulver auf ſeine Buchſe ſchuͤttend, horchte er mit lauernder Miene, als mſſe er etwas ver⸗ nehmen.

——

—