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hinunter, Loreleh's liebliche Geſtalt und holdes Antlitz ſah er nie wieder, kein Menſch hat es je wieder erblickt. Aber ihre Stimme hörte man oft; ſie ſang nicht mehr, ſie rief nicht mehr, aber Antwort gab ſie, wenn man ſie bei Namen rief, und es war, als bewein'und beſeufze ſie viele Ma⸗ le und immer ſanfter, jedes Wort, das man ihr
zurief, als wollte ſie ſagen, was werft ihr mir
eure Worte zu und heißt mich damit ſpielen wie ſonſt, es iſt doch Hugberts Stimme nicht, ich hab' ihn verloren! verloren!
Hugbert rief ihr auch, undſie antwortete, ſie gab ihm ſeinen Laut zurüͤck, er aber konnte den Ton nicht ertragen, er druͤckte ſich an ſeiner Schwe⸗ ſter Wuna Bruſt, die wehmuͤthig neben ihm ſtand, warf aus der abgewendeten Hand das Ringlein in die Flut und horchte zwiſchen dem Ruderſchlag hindurch nach dem Felſen hin und ſchifſte vorüber fuͤr Wehmuth und Pein, denn ſeine Schweſter hatt' ihn gehalten, da er ſich hinabgeſehnt in den tiefen Rhein.
Von dem Tag' an aber, daß er den Ring hinab geworfen am Fels, der von dem Serfraͤu⸗ lein den Namen traägt bis heute, zehrte Hugbert ab, als nage ihm etwas am Herzen; und, wie Waldhornklang am Lurley, ſtarb ſein junges Le⸗ ben im Liebesſehnen dahin.


