Teil eines Werkes 
2 (1827)
Entstehung
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ger vor ihm ſteht, und rief immer nach Hugbert und blieb dabei, daß ſie keinen Ring von ihm ha⸗ be. O wehe, ſagte ſie, mich nimmt nun mein Haus nicht wieder auf, und meines Liebſten Haus bleibt mir verſchloſſen, und ich muß auf ewig an dieſen Felſen gebannt ſeyn! Und es weinten vie⸗ le von denen, ſo da unten ſtanden, denn Ruthard hatte kein Erbarmen, gab mehr keine Friſt, hing den ſchweren Stein an ihren zarten Hals, und die Mordknechte traten auf ſie zu, Loreley aber blick⸗ te ſie an und ſprach: mein Liebſter hat mich ver⸗ rathen, mich faͤngt nun niemand mehr. Da ſah ſie noch einmal den Strom hinauf und bog ſich, als ob ſie die Burg Stahleck erblicken moch⸗ te, trat darauf an des Felſen Rand und ſturzte hinab.

Wie in Steine verwandelt, ſahen Ruthard und die zwei Mordgeſellen ihr nach. Sie konn⸗ ten den Weg nicht mehr herunter ſinden und muß⸗ ten eines elenden Todes ſterben. Hugbert war nicht mehr zu halten, da er die Kunde von Loreley erfuhr. Der Vater hatte ihn zuvor nicht feebſe.

Des folgenden Tages brachte ein Mann von Oberweſel ein Netz voll großer ſchoͤner Fiſche auf die Burg, und da man ſie in der Kuͤche zuberei⸗ ten wollte, ward unter des einen Zunge das Ringlein gefunden, das der Pfalzgrafenſohn ver⸗ mißte, und ſonder Zweifel die Flut beim Unterſin⸗ ken ihm abgeſtreift.

Wohl fuhr Hugbert den Rhein hinauf,