Teil eines Werkes 
2 (1827)
Entstehung
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Loreley hob ihr weißes Händchen, ſtreckte die Fingerlein aus und zeigte ihnen, wo ſie in den Felſenritzen hinaufklimmen und hie und da an ein Geſtripp ſich klammern könnten, denn ſie meinte, ſie ſollte Hugberts Gruß empfahn, und das bände ſie zuſammen nach Menſchenweiſe, alſo daß Hugbert ſie heimholen laſſen werde. Mehrere warnten den verwegenen Ruthard, er lachte aber ihrer Furcht, und zwei rohe Knechte mußten mit ihm den Felſen hinan. Bindet ſie ſchrie er ih⸗ nen zu, da ſie hinaufgekommen waren. Was wollt Ihr? rief Loreley. Sollſt ſterben, in den Rhein tanzen, daß Dir der Athem ausgeht, Zau⸗ berhexe! ſagte Ruthard; ſterben, wie Du den ſchönen Hugbert ums Leben gebracht, Unhold! Hugbert! rief Loreley klaͤglich üͤber den Berg heruͤber, komm herbei, Hugbert! Ich bin keine Hexe, bin Hugberts Lieb, Treulieb! Luͤgenge⸗ ſpenſt, rief Ruthard, Hugbert liegt im Strome! Er iſt auf Stahleck, ſprach Loreley und betheuert' es immer wieder. Sie rang ihre ſchneeweißen Haͤnde und umſchlchh Ruthards Knie und bat? o laß mich nicht ſterben, es iſt Hugberts Jod, Hugbert, Hugbert, komm! Allen, die unten ſtehn geblieben waren, wur⸗ de das Herz geruͤhrt von ihrer Schönheit und