Teil eines Werkes 
2 (1827)
Entstehung
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meiner Liebesgewalt; aber komm und ſey mir treu, ſo koͤnnen ſie Dir nichts mehr anhaben, Treue hat großere Macht! Sie nahm ihn bei der Hand und fuͤhrte ihn im engen Felſengange fort; es ward immer duͤſterer umher, zitternde Blumen ſchienen ſich von unermeßlicher Höhe in einſame Tiefe zu tauchen. Berg und Thal ſchlaͤft noch, ſprach Loreley, ſo lange thut der Himmel ſeine Augen nicht zu, ſiehſt Du wie ſie auf uns herlu⸗ gen? Und indem ſtroͤmt' es ſo wild und tief um Hugbert; gleite nicht, ſagte Loreley, und ſetz'Dich hier ganz dicht neben mich, bis eure Sonne auf⸗ geht!

Eine weiße Klippe ſchimmerte, jedoch ganz blaß, vor Hubert, ſie ſchien aber unaufhorlich in dem umher arbeitenden Fluten, das ihm die Fuͤße zu netzen drohte, mit fortgeriſſen zu werden. Aus der ſtillen Nacht blickten vor und hinter ihm dun⸗ kle Geſtalten, wie Berge und Thuͤrme. Wo ſind wir? fragte Hugbert und fuͤhlte ſichh von Loreley B nicht ſonder einiges Grauen umſchlungen, war ihm doch manchmal, als ſitze ein Geſpenſt an ſei⸗ ner Seite und werde ihn eheſtens wieder hinab⸗ ſtoßen in den ſinſtern Grund. Wir ſind mitten