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Don Ricciardo erhob ſeine Augen langſam von dieſem und heftete ſie auf die herrliche Uhnge⸗ bung.„Wie haſt Du Deine kleine freundliche Stadt genannt?“ fragte er Gennaro.
„Es geziemt dem Herrn des Landes, ſeinem Eigenthum einen Namen zu geben,“ erwiederte dieſer.
„Wohlan denn!“ rief der Greis laut, mit gefalteten Haͤnden,„die vorher einzige Stadt der Inſel iſt ſchon lange vor meiner Zeit da geweſen, und iſt der gemeinſamen Mutter aller Chriſten geweiht. Es ſey mir vergoͤnnt, dieſer, die mei⸗ ner Unbiegſamkeit ihr Daſeyn, und der Schutz⸗ heiligen meines verjuͤngerten Stammes den Se⸗ gen zu danken hat, ihren ehrwuͤrdigen Namen zu geben; ſie heiße: Anna Kapri.“
Don Ricciardo wurde von einem Freudenge⸗ ſchrei, welches die Menge erhob, unterbrochen. „Heilige Anna!“ riefen ſie, indem die ganze Verſammlung knieend mit Andacht flehte:„Dein Segen ruhe ferner auf Deiner Stiftung, wie vorher! Bete fuͤr uns alle!“
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