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ſere Aengſtlichkeit; ſie dagegen machte ſie ganz ruhig. Huͤttet Ihr doch geſehen, mit welcher Freude ſie uns Euern Beſuch ankuͤndigte; ſie er⸗ lebte ihn nicht!— Ach! Ihr Hingang war uns allen ein harter Schlag, und doch fuͤhte ich, daß ich bei dem Hintritte jedes andern Weſens, wel⸗ ches mir lieb iſt, mich weit mehr verlaſſen finden wuͤrde. Sie iſt mir noch immer gegenwaͤrtig und nahe!“ Annonciata ſchwieg bewegt; es blieb eine lange Stille.
Auf einmal rief der Greis:„Habt Ihr es
geſehen? ſie offnete die Augen und laͤchelte mich
an! Ach! jetzt ſind ſie wieder geſchloſſen; ſie werden ſich nie mehr offnen, ich aber bin ruhig.“ Nun ging die Kirchenthuͤre wieder auf und
ein langes Trauergefolge trat herein. Gennaro ergriff den Vater leiſe bei der Hand, und ſtellte
ſich hinter das Haupt der Leiche. Annonciata bedeckte das bleiche Antlitz auf immer mit dem weißen Tuch. Gerade vor der Kirche, gegen die neuen zahlreichen Haͤnſer, ward ſie in ihr Grab geſenkt.
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