.
4¹
laß einige Tropfen in Dein Glas tröpfeln, und dann gehoͤren wir uns auf ewig.“
Sein Fener theilte ſich dem käͤlteren Fieün⸗ de mit. Laͤchelnd, zum erſten Mal vielleicht ſeit den Kinderjahren mit naſſen Augen, er⸗ griff er ſchweigend den Dolch des Freundes und tieß in das Glas deſſelben die rothe Weihe aus ſeinen Adern hineinſprudeln.—„Weißt Du auch;“ ſagte er, indem er Holgern das Glas hinreichte,„daß unſere Vorfahren auch ſo in ihrem Blute die Bundesbruͤderſchaft im Leben und Tod tranken?“— Schweigend Hand in Has leerten ſie die Glaͤſer.
„So—“ nahm Holger das Wort, indem er zugkeich mit dem Freunde das Glas ſo hart niederſetzte, daß beide entzweibrachen.— „Sind wir denn nicht auch beide ſo ein Stuͤck von den Vorfahren? Weniger tren und feſt werden wir nicht ſeyn. Kein Dritter vermag von nun an uns irre an uns zu machen. Anjenem Morgen wurde mir die Wahrheit klar; nun weiß ich, wer meine Zeichnung zerſtoͤrt hat.“


