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Die Wüste in Paris : Novelle / Nach d. Franz. d. Damen Marie d'Heures u. Renée Roger frei bearb. von L. Kruse
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daß indem ſie ſeine Neigungen theilte, würde ſie ſein Herz auch gefeſſelt haben.

„Warum ſich weniger geliebt zu glauben,“ ſagte einmal Madame de Loſtanges,„wenn uns der Gatte nicht ſeine Vergnügungen, ſeine Mei⸗ nungen aufopfert? Wenn wir nur einen glü⸗ henden Anbeter unſrer Reize in dem Manne ſehen, mit dem uns das Geſchick verbunden hat, wird unſre Gewalt über ihn auch mit unſrer Schönheit verſchwinden. Seid mehr als die Gebieterin der Sinne eines Gatten, verdient, ſeine Freundin zu ſeyn, und er wird Euch im⸗ mer lieben. Die Frau, in der der Mann ſein Glück findet, hört nie auf, ihn anzuziehen. Sein Wille ſei der Eurige! nicht daß ich eine ſelaviſche Unterwerfung von der Frau fordere, ſondern damit der Gatte glauben mag, daß, indem Ihr ſeinen Willen offenbart, er nur den Eurigen ausgeſprochen hat. Wie leicht iſt es nicht, einem kleinen Wunſch zu entſagen, wenn die Achtung und das Vertrauen des Gatten uns dafür belohnt. Hat er Kummer, dann verbergt