Liebende oder Freunde, wenn einer von ihnen in große Noth oder Todesgefahr gerieth, durch ſeine feſten Gedanken an den Freund, und inneres Rufen nach ihm, den Abweſenden in eine Un⸗ ruhe wenigſtens verſetzt, wodurch auch ſeine Ge⸗ danken ſich unwillkuͤhrlich nach dem Freunde hin⸗ gezogen haben.— Doch wohin hat uns die dunkle, vielleicht zufaͤllige Ausſage einer verruͤckten Frau geleitet, die meiner Anſicht nach, ſich nicht auf Betrug, ſondern auf Phantaſiebilder gruͤndet, welche durch einen ſcharfen, von keinen geſelligen Verhaͤltniſſen abgeſtumpften Blick in die Narur, und durch nähere Beziehungen zu ihr, erregt ſind, und wenigſtens, ſo wie der unſcheinbare Feuer⸗ ſtein, einen Funken enthaͤlt, der das innere Gött⸗ liche verraͤth, deswegen, weil ſie ſelbſt gegen un⸗ ſern Willen uns ergriſſen, und uns jetzt wie mit magnetiſcher Gewalt auf die uͤberirdiſchen Kraͤfte unſers Weſens gefuͤhrt hat.“ Der Oheim ſagte dieſe Worte mit einer Waͤrme im Tone und in den ſtrahlenden Augen, die ſelten an ſei⸗ nem abgemeſſenen Aeußern zu bemerken war.
„In der That“ ſiel Axel ein,„war etwas Sonderbares dabei, das nicht in ihren Worten


