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Sieben Jahre. Ein Beitrag zu der geheimen Hofgeschichte eines nordischen Reiches. Aus der Mappe eines verstorbenen Diplomatikers. Th 3
Entstehung
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frücher erfahren, nicht mit den Abſichten des Ko⸗ nigs ſtimmte, hielt ſie ſich unter dem Vorwande einer Unpäßlichkeit zu Hauſe, und beſuchte ſelbſt nicht ihre anweſenden Bekannten, obgleich eine nie fruher erkannte, aber wie ſie meinte in ihrer Lage erklärliche, Sehnſucht ſich ihrer bemaͤchtigte, den Grafen Silfverkron, ob auch nur in der Entfernung, zu ſehen⸗

Der Zufall hatte dieſen Wunſch noch unbe⸗ friedigt gelaſſen, als plotzlich, wie ein Blitz aus klarem Himmel, ſeine Vermählung mit der Ba⸗ ronin Ruppin bei Hofe declarirt wurde.

Was ulla nie möglich geglaubt, daß ihr ei⸗ nes Mannes, eines nie geſehenen Jünglings we⸗ gen begegnen koͤnne, geſchah: ſie fuͤhlte ſich wie vernichtet. Sie wollte anfangs nicht dem Be⸗ richte glauben. Er wurde indeſſen von allen Seiten beſtätigt. Von dem Könige hörte ſie noch immer nichts doch wußte ſie mit der größten Gewißheit, daß ihre Ankunft ihm angezeigt wor⸗ den war. Ich bin ja nicht die erſte, die der Koͤnig getäuſcht haben ſoll; ſagte ſie nicht

ohne Bitterkeit zu ſich ſelbſt aber täuſchte auch

die Stimme, die aus Einfalt und Chylichkeit her⸗