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ich und mich beſcheiden.— Gott behuͤte, daß etwas Böſes meinem königlichen Wohlthaͤter zu⸗ ſtoßen ſolle— aber die wenigſten Koͤnige dieſes Landes haben in Ruhe geendet!
Da begegneten ihre ſtrahlenden Blicke dem Spiegel. Sie erſchrack uͤber die Fiebergluth, die ihre Wangen rothete, und als ſchämte ſie ſich der Größe der Thorheit ihrer nur halbdeutlichen Gedanken, wendete ſie dieſe abſichtlich und feſt auf die gelobte Liebenswürdigkeit des ihr verhei⸗
ßenen Bräutigams, waͤhrend ſie eilig ihre ſchleu⸗
nige Abreiſe betrieb. Noch denſelben Nachmittag ſaß ſie mit der Tante im Wagen, und nur we⸗ nige Tage ſpäter, als die beiden Freunde,— denn Bequemlichkeit und Anſtand forderten ein lang⸗ ſameres Fortſchreiten— kamen ſie in der Reſi⸗ denz an.
Sie ſorgte ſogleich dofür, daß dem Koͤnige unter der Hand ihre Ankunft angezeigt wurde; zu ihrer großen Verwunderung aber vergingen mehrere Tage, ja eine ganze Woche, ohne etwas von ihm zu hören. Die mehrſten adeligen Fa⸗ milien befanden ſich noch auf dem Lande. Um
nun kein Aufſehen zu erregen, das, wie ſie ſchon


