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ging, erfüͤllte ihre Seele mit dem Vorgenuſſe eines ſtillen Glucks, von dem ſie noch nicht geträumt hatte.
Als Guſtav ſich in ſeinem ſo unerwartet ein⸗ ſamen Zimmer befand, ſtand er lange mit in⸗ einandergeſchlungenen Armen in der Mitte deſſel⸗ ben. Hedwiga's Benehmen, das, ohne den Em⸗ pfang jenes Geſchenks, ihn in dem ehrlichen Be⸗ ſtreben, den Frieden und die Freuden des Haus⸗ 3 vaters in ſeiner Ehe zu ſuchen„vielleicht unange⸗
nehm berührt haben wuͤrde, that ihm— er Fonnte es nicht läugnen— im Innern wohl. Er fühlte ſich ihr mohr als je verpflichtet, und ob⸗ gleich er ſich nicht ſelbſt geſtehen wollte, daß er ſich zu der Freiheit, die ſie ihm verkündet hatte, freuete, mußte er es ihr doch Dank wiſſen, daß ſie ihm das uͤbernommene Opfer erleichtere, wie⸗ wohl eben dadurch ihm ſeine Pflichten noch ſtrenger und unerläßlicher erſchienen. Als er ſich die Weſte auszog, erinnerte ihn die Schwere der⸗ ſelben an das darin verborgene Geſchenk. Seine Erbitterung gegen den Geber flammte auf's Neue auf; er bereuete in dieſem Augenblicke ernſtlich,


