— 197—
„beweht ſich denn etwas in Dir, das Du gern in
hellen, fluchtigen Augenblicken tödten mochteſt?“ „Oheim!“ erwiederte er mit einem Seufzer,
„nenne mir den, der nicht ſein Kreuz trägt;
das meine drückt mich ſchwer, eben, weil ich es
lieb habe und nicht abwerfen mag, ob ich es
auch könnte. Laſſen Sie uns von etwas An⸗
dern reden.“
„Nur eine Frage, mein Sohn!“ fuhr der Oheim fort, ohne den durchdringenden Blick von ihm abzuwenden.„Wo und wann haſt Du es Dir aufgebürdet.— Auch ich habe das Kreuz gekannt, das ein zwei und zwanzigjähriges Herz am ſchwerſten druͤckt— ich meine es gut mit dieſer Frage.“
„Weit von hier, lieber ghe in dem ſchö⸗ nen, warmen Italien,“ erwiederte Ae raſch ablenkend⸗
Da meldete der Diener, daß das Aniſſen en aufgetragen waͤre. Sie begaben ſich alle in den
Speiſeſaal, wo die Stunden, ſo wie den vorigen Abend, unter freundlichen, doch wie es ſchien ab⸗ ſichtlich von dem vorhergehenden Gegenſtande ent⸗ fernten unbemerkt verſchwanden. Erſt


