wieder zum Lächeln, und trat faſt unbemerkt vor das aͤngſtlich harrende Mädchen, das wieder in tiefes Sinnen geſunken war.
Mit der linken Hand faßte die Alte ſu. leiſe unter das Kinn, und den Becher ihr hinhaltend fluͤſterte ſie:„Empfange Herrin den köſtlichen Trank aus dem Köſtlichſten, das ich beſitze; Deine Lippen ſind die erſten, die innerhalb der langen Zeit, in der es in meinem Gewahrſam geweſen, dies edle Metall beruͤhren werden.“
Ulla heftete ihr blaues Auge mit lebhafter Ver⸗ wundrung auf den dargereichten Becher. Er ſchien vom feinſten Golde zu ſeyn, mit zierlicher, erha⸗ bener Arbeit und vielfarbigen Steinen geſchmuͤckt, von einer Vollendung, und fremdartigem Ge⸗ ſchmacke, die ihr noch nicht vorgekommen waren⸗ Die Spitze ruhete auf einem Fuße von Bergery⸗ ſtall, welchen die Alte zierlich umfaßt hielt.
Die Graͤfin ergriff den Becher ſchnell, hob ihn in die Hoͤhe und rief, wäͤhrend ſie ihn mit Reugierde betrachtete:„In der That, ein ſeltenes Kleinod, das in Euren, Haͤnden Mutter, allerdings
Erſtaunen erregt. Verzeiht mir die Frage: wie
iſt ein ſolcher Schatz der Eurige geworden?“


