Druckschrift 
Sieben Jahre. Ein Beitrag zu der geheimen Hofgeschichte eines nordischen Reiches. Aus der Mappe eines verstorbenen Diplomatikers. Th. 1
Entstehung
Einzelbild herunterladen

214

mir den Vater und ſein ſanftes Benehmen unver⸗ geßlich, glaubte ich ihn doch bald in dem guten König wiedergefunden zu haben, der den ver⸗ waiſten Knaben an ſeinen Hof berief, wie gluͤcklich fühlte ich mich in den Stunden, die ich, der ſtrengen Aufſicht unſers Oberſten entruckt, ſeiner perſoͤnlichen Aufwartung widmen konnte. Nein, ſie mögen ſagen was ſie wollen ſeine väterliche Guͤte, ſeine rein menſchliche Herablaſ⸗ ſung werden mir immer unvergeßlich ſeyn. Wie reichlich, wie ſchön hat er dem Knaben die ſeltenen Ausbrüche eines plötzlichen Jähzorns ver⸗ gutet. Wohl erinnere ich mich, wie einſt da mir durch eine Bitterkeit, die ihm die üble Laune des Augenblickes abpreßte, die Thraͤnen in die Augen traten er plötzlich bewegt guͤtig mei⸗ nen Kopf zwiſchen beide Hände nahm, und mir einen Kuß auf die Stirn druckte; von dem Au⸗ genblicke an war er mein Vorbild, mein Heros, wie oft traf meine gewichtige Fauſt die heimlich necken⸗ den Gefährten, die meiner ſchwaͤrmeriſchen An⸗ hänglichkeit ſpotteten, und ihn unter ſich B ifrons nannten, weil die eine Seite ſeines Geſichtes der andern in der That nicht ganz ähnlich iſt; dennoch