176
——
muͤhen wollte, Thereſen, welchen die Lobrede der Mutter dieſer Familie noch theurer ge⸗ macht, einen neuen Zufluchtsort zu eroͤffnen. Sie wuͤnſchte ſich eine aͤhnliche Stelle, und wo moͤglich in hoͤheren Verhaͤltniſſen. Ihr, nach ihrer Meinung, verlornes Leben der Lin⸗ derung menſchlicher Leiden widmen zu koͤnnen, genuͤgte ihrem Herzen; aber ihr Geiſt, der ſich in Seltings Hauſe in eine hoͤhere Sphaͤre erhoben fuͤhlte, forderte auch Nahrung, und die noch nicht ganz verwiſchten Spuren einer fruͤheren Bildung, die in den kleinſten Details der Haushaltung der Predigerwittwe noch im⸗ mer ſichtbar geweſen, machte ihr eine aͤhnliche oder noch vorzuͤglichere zwar hoͤchſt wuͤnſchens⸗ werth; allein einmal, wie ſie waͤhnte, von der Welt ausgeſchloſſen, und zitternd einen Namen zu nennen, der durch die Ver⸗ irrungen ihrer Jugend zweideutig geworden war, kaͤmpfte ſie ſtandhaft gegen die prunken⸗ den Vorſchlaͤge, welche ihr die jetzt einzige Ver⸗ traute ihres Lebens, wohlmeinend, aber diel⸗ leicht zu traͤumeriſch gemacht.


