170
„Ihr Herz und Gemuͤth? wenn Sie nur dieſe ſuchen— das hoffe ich zwar, aber die ſchoͤne bluͤhende Thereſe gewiß nie! Liegt das nicht deutlich in den Worten ihres Brie⸗ fes?— Nur das unſichtbar ewig Dauernde, worauf die Menge nicht achtet, und an dem die Welt ſie nicht wieder erkennen kann, hat ein Recht, ohne das ausgeſprochene Wort zu verletzen, ſich Ihnen zu naͤhern?
*
„Nur das ſuche ich“— rief Lothar,— „ihr Aeußeres— nun! ich bin ja auch ge⸗ aͤltert, und ich habe etwas Beſſeres als den Sinnenreitz zu ſchaͤtzen gelernt.— Moͤchte nur mein Inneres eben ſo klar vor ihr lie⸗ gen— daun! ja, meine wuͤrdige Freundin⸗ ſeyn Sie die leitende Kraft, die unſere Herzen, ſo wie auch unſere Haͤnde vereint!“
„Ich baue in dieſer Ruͤckſicht,“ nahm die Landraͤthin das Wort wieder,„auf die ſo eben ſehr à propos vorgetragene Erzaͤhlung unſers geiſtlichen Freundes— obgleich ſie ihrer


