16 nicht verbergen zu koͤnnen, die uns gewoͤhnlich ohne Worte verraͤth, wenn wir unter traulichen
Geſpraͤchen mitunter die zarte Sorge fuͤr Ihr ſchwankendes Wohlbefinden vergeſſen, die Ihre treue Pflegerin nie aus den Augen verliert.“
„Nein! Nein!“ nahm die Landraͤthin ſchnell das Wort, ſo der Geſellſchafterin zu⸗
vorkommend, die mit einem gezwungenen Laͤcheln Worte zu ſuchen ſchien, um Lothar zu antworten.„So iſt ſie den ganzen Tag geweſen; ſie nahm ſogar Anſtand dieſen Abend zu erſcheinen, doch wohl wiſſend wie nothwendig
ſie mir iſt, und da wir Beide uͤberzeugt waren,
daß weder Entfernung noch Ruhe ihren heutigen Zuſtand lindere, gab ſie meinen Bitten nach, ſich nicht der geiſtigen Zerſtreuung zu entziehn, die Ihr Vortrag ihr gewiß gewaͤhren wuͤrde.— Sie hat nur Zahnſchmerzen“— fuͤgte die Landraͤthin mit leiſem neckenden Laͤcheln hin⸗ zu.—„Schweige nur mein Kind; ich weiß es macht Dir Schmerz zu reden.— Nun Lothar! ich bin recht begierig.“
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