4
„Hm!“ laͤchelte der Buͤrgermeiſter, ſo fein, als er nur konnte:„Wer nur an Ihre ſo ſchoͤn zuſammengeſtellte Fabel glauben wollte?“ ⸗
„Wie, eine Fabel?“ rief der Reiſende.
„In der That nichts anders; denn wie viel Kunſt Sie auch daran verwendet haben, iſt und bleibt ſie doch ſo hoͤchſt unwahr⸗ ſcheinlich——“
„Alſo weil jene Leute nicht ſo ſind, wie
die, welche uns alle Tage dutßendweiſe begegnen,
weil die ſe Begebenheit nicht gewoͤhnlich, iſt ſie unwahrſcheinlich?“ wandte der Fremde mit Feuer ein.„Iſt es denn weniger unwahr⸗ ſcheinlich, daß eine geachtete und gebildete Familie auf einmal ihren bisherigen ehrenvollen Lebenswandel verlaͤugne? daß eine ehrbare, wohlerzogene Frau in einem ſcandaleuſen Ver⸗
hältniſſe mit ihrem Schwager, einem damals aum funfzehnjaͤhrigen Knaben lebe? weniger
unwahrſcheinlich, daß dieſe Frau, nicht allein
beſchuldiget, ſondern ſogar fuͤr den Vater des
——
₰.


