„Sie wollte mir die Hand kuͤſſen; ich hob ſie in die Hoͤhe; ihre Lippen begegneten den meinen. O— welch ein Kuß! Heiße Gluth durchſtroͤmte mein Inneres! Halb außer mir, verſprach ich den folgenden Abend zu kommen, und eilte in dem ſuͤßeſten Wonnetraum nach Hauſe.“
„Mein Blut war in einer ſtuͤrmiſchen Wal⸗ lung. Ich jauchzte uͤber das Ungefaͤhr, wel— ches mir den Brief an Selting in die Haͤnde gebracht und eine ſo unerwartete Bekanntſchaft veranlaßt hatte. Ganz gewiß, ſagte ich zu mir ſelbſt, uͤbertrifft dies Maͤdchen bei weitem das ſeine. Es fiel mir gar nicht ein, beide in Einer Perſon zu ſuchen. Doch— ſie hatte mich fuͤr einen Andern genommen, daran konnte ich kaum zweifeln.— Alſo die Moͤg⸗ lichkeit vorgusgeſetzt, war es dennoch recht, den Irrthum des ſuͤßen Maͤdchens zu mißbrauchen? Pah! ein Maͤdchen in einem oͤffentlichen Saale, und wenn ich es recht bedenke, ſie hatte ja obendrein meinen Taufnamen genannt. So mußte ſie mich ja doch kennen. Plotzlich kam mir ein ſchmeichelnder Gedanke, an deſſen Moͤglichkeit jedoch meine Beſcheidenheit zwei⸗ felte: ſollte ſie ſich nicht— Gott weiß wo?—


