5
Der Prediger laͤchelte: Geduld und Dul⸗
dung gebietet mir mein Amt, und Zuftieden⸗
heit mein Gemuͤth.— Sie ſcheinen noch nicht dieſen Schutzgeiſtern des Lebens zu huldi⸗ gen; und noch dieſe Stunde wuͤrden Sie ſchon zu einem voͤlligen Einſiedlerleben von dem gan⸗ zen Stäͤdtchen verdammt ſeyn, wenn ich nicht ſchon ganz in der Stille einen Erſatz fuͤr Sie bereitet haͤtte.“
„Und der waͤre?“
„Ich wuͤrde vielleicht ſo ſtolz ſeyn, vor⸗
aͤufig meine Freundſchaft zu nennen,“ ſagte der Prediger ihm die Hand hinhaltend, wenn ich nicht etwas in der Hinterhand haͤtte, das
ſie vielleicht auf kuͤrzerem Wege zu dieſem Ziel fuͤhren duͤrfte?“
„Ich fuͤrchte nur,— erwiederte Lothar einſchlagend—„das ich mein inneres Recht auf die erſte, durch die Nachlaͤßigkeit verwirkt, mit der ich verſäumt habe, mich darum zu be⸗ werben.—“
„
„Sie haben nur mich, wie ich hoffe,— ſo wie ich fruͤher Sie verkannt,— ich ahnete


