Bloͤdigkeit der einheimiſchen Kinder, wenn ein
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es gleichguͤltig machte, an welchem Orte ſich ihr kangweiliges Leben hinſpann.— Sie hatte, ſagte man, mit den Truͤmmernihres vori— gen Wohlſtandes ſich in dies Winkelchen des Landes hingezogen.— Zwar hatten die vornehm⸗ ſten und neugierigſten Frauen der Stadt ſie im Anfang ihres Hierſeyns beſucht, waren aber almaͤhlig weggeblieben, weil ſie in dem herzloſen und geiſtesarmen Ton der Wittwe,—
die vielleicht durch ihr glaͤnzendes Elend ſich
fur nichts, und folglich auch nicht fuͤr die in⸗ neren Verhaͤtniſſe des Staͤdtchens warm in⸗ tereſſiren koͤnnte,— ſich nicht zu finden wußten.
Lothars Aufmerkſamkeit war eigentlich nur
durch den Anblick eines zehn bis elfjaͤhrigen
Knabens, der in dieſes Haus gehoͤrte, auf daſ⸗ ſelbe gezogen worden. Dieſer Knabe beſaß keinesweges ein auffallendes Aeuſſere, nur durch eine gewiſſe Gradheit in ſeinem Weſen, durch eine Beſcheidenheit,— wenn man ihn anredete,— die eben ſo verſchieden von der


