Druckschrift 
Petersburg am Tage und bei Nacht. 5.-8.Bändchen
Entstehung
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„Lebt und hat ſie verſtoßen„

„Auch Du haſt eine Mutter

„Mein Gott, wo iſt ſie?“

„Wanja! Jennh iſt deine Schweſter das iſt Alles, was ich dir ſagen kann. Von der Mutter ſuche nichts zu erfahren..

„Jenny, Jenny! hieher... Du biſt meine Schweſter „o, jetzt kann mich Niemand hindern, dich zu lieben und zu vertheidigen!

Finski ſah deutlich ein, daß es das Beſte ſei, die Umanskiſchen allein zu laſſen; daß Oßka's Worte ſie zu

ſehr ergriffen hatten, um ſich in der Geſellſchaft behaglich zu finden. Finski ſuchte daher, die Kinder und Miller ſchnell wegzubringen. Der Beamte fuhr gleichfalls zu ihm, um einige nothwendige geſetzliche Formen zu erfüllen. Oßka nahm auch vorthin ſeinen Weg, zufrieden, daß er für dieſes Mal ein Nachtlager habe, und Eulampius erhielt

den Befehl, ſich am andern Morgen in aller Frühe mit

ſeiner Nichte einzuſtellen. Der ältliche Herr in der ſchwarzen Perrücke verließ wehmüthig das Haus, da er das neue Unglück der Familie Umanski, der er ſehr zugethan war, vorausſah. Er kannte die Grundſätze des Vaters, der als Muſter häuslicher Tugenden dienen konnte; kannte auch ſeine unbegränzte Liebe für die Tochter und ſah voraus, wie viele Anſtrengungen es den armen Vater koſten werde, dieſe zwei Gefühle in Einklang zu bringen. Frau von Bronizin und Olga hatten ſich ſchon ſeit lange in Mariens Schlafzimmer begeben. Die alte Benski wickelte die Kin⸗ der ein und gab Finski einige nothwendige Lehren. Herr und Frau von Umanski blieben mit ihrer Tochter allein.