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Petersburg am Tage und bei Nacht. 5.-8.Bändchen
Entstehung
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wäre ſonſt nicht mit einem ſolchen Ingrimme einzig und. allein deßwegen über ihn hergefallen, weil ſie wahrſchein⸗ lich geſehen, wie dieſer das Zettelchen heruntergeworfen hatte. Senjas Einbildungskraft, durch den ſchrecklichen Anblick der Alten gereizt, ſtellte ihm alle nur möglichen Foltern dar, denen der Zerlumpte ausgeſetzt ſein mußte. Man muß zu Senjas Ehre ſagen, daß er ſeinen Straßen⸗ freund noch nicht vergeſſen hatte. In den erſten Tagen gab er ſich mit dem Ungeſtüme eines Kindes dem Schmerze hin. Am kränkendſten war es für ihn, daß er trotz ſeinen eigenen Bemühungen und denen ſeiner Hel⸗ fershelfer nichts von ſeinem Schickſale erfahren konnte. Sterben konnte der Zerlumpte nicht, ohne daß es Senja erfahre: Bettler ſterben vor aller Augen. Was wäre aus Wanjas Körper geworden, wenn er irgendwo unter einer Brücke an einem Zaune geſtorben wäre? Ertrinkt er, ſo ſehen die Gaſſenjungen am allererſten den Ertrunkenen, den die Wogen der Erde, als ihr geſetzliches Eigenthum wiedergeben. Wenn ihn ſelbſt eine wohlthätige Hand be⸗ graben hätte, ſelbſt da begleiten den Sarg des Armen aus Mangel an Freiwilligen oder gemietheten Leidtragenden, zerlumpte Gaſſenjungen, die mit dem Tode ihren Scherz treiben. Hier verjagt ſie niemand und oft gruppiren ſie ſich mit den Prügeln in den Händen recht maleriſch um den Sarg, die Fackelträger nachäffend. Ueberdem hatte Senja mehr als einmal im grauen Häuschen nach Wanja ſich erkundigt, und wußte ſogar das Wenige, welches die Benskis und Piroſchkow von ihm wußten. Dies konnte nur ſeine Verzweiflung vermehren, und der arme Knabe war jetzt ganz außer ſich. Endlich hat er erfahren, wo ſich Wanja befindet, er ſah klar, daß er der raſcheſten Hilfe bedürfe, und hier verhieß ihm die in die Hohe geho⸗ bene Hellebarde einen lang dauernden Arreſt„ 3Zu einer andern Zeit hätte er ſich nichts daraus gemacht; er hätte ein wenig ausgeruht: aber jetzt war Senja bereit, alles zu opfern, um nur loszukommen; er war bereit,