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Petersburg am Tage und bei Nacht. 5.-8.Bändchen
Entstehung
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in der letzten Zeit hatte ſie ſich entſchloſſen, auf ihren Namen im Innern Rußlands zweitauſend Seelen zu kau⸗ fen; ſtolz und eitel, wie ſie iſt, freut ſie ſich, eudlich mit ihrem Reichthume prahlen zu können.

Miller verlor ſich in Fragen und Muthmaßungen. In der Einfachheit ſeines Herzens konnte er ſich durchaus nicht denken, daß die Menſchen durch ſolche Verbrechen ihre Zwecke zu erreichen trachten.

„Hu! wie furchtbar!“ rief er endlich aus, ſich den kalten Schweiß vom Geſichte trocknend.„Fort, fort von hier! Und dieſe Papiere, ſoll ich ſie ſtehlen?„ Soll ich denn hier zurücklaſſen das Werkzeug des Verderbens zweier Waiſen, von denen die Eine mir theurer als mein eigenes Ich?. Und wenn ich zur Rettung meiner Jennh ein größeres Verbrechen ſelbſt begehen müßte, ich würde mich, glaube ich, dazu entſchließen Was iſt mir dieſer Ochtin?. Er gab mir fünfzig Rubel! Gott mit ihm und ſeinem Gelde.. Hier iſt es.. Ich laſſe es hier zurück. Und daß er mich in irgend

ein Verbrechen verwickeln wollte, das ich nicht recht be⸗

greifen kann; daß er, wie es ſcheint, ſelbſt kein ehrbares

Gewerbe treibt Möge ihn Gott dafür richten! Ich danke der Vorſehung, daß ſie mir zur rechten Zeit die Augen geöffnet, mich vielleicht zum Werkzeuge der Ret⸗ tung zweier armer Waiſen erwählt hat. Wie aber mit den Papieren verfahren? Nun, das werden mir ſchon gute Menſchen ſagen. Ich wende mich an Finski; er ſieht freilich wie Knecht Rupprecht aus, doch vielleicht iſt er ein guter Menſch: ich habe nie etwas von ihm ver⸗ langt und dem Gerüchte iſt nicht zu trauen.“

Miller ſammelte alle im Pakete aufbewahrten Briefe von O.. und ſeiner Frau, die er nicht leſen wollte, ihm nicht gehörende Geheimniſſe ehrend; auch nahm er das Porträt, das Teſtament und alle Beilagen, verbarg Alles mit zitternder Hand auf der Bruſt und ſtürzte raſch zur Thüre, als fürchte er, daß eine innere Stimme ihn nicht

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