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Petersburg am Tage und bei Nacht. 5.-8.Bändchen
Entstehung
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ſollte alſo ſein Freund nicht Kopien fremdländiſcher Doku⸗ mente ſammeln? Ochtin hatte immer eine ungemeine Lei⸗ denſchaft für Sprachen und Kalligraphien, die ihn manch⸗ mal zu eigenthümlichen Sonderbarkeiten verlockte. Miller ſetzte ſich an die Arbeit. Er brauchte ein Stückchen Pa⸗ pier, um die Farben zu probiren und das Pergament zu bedecken, auf welches er zeichnen wollte. Er griff nach dem erſten ihm in die Hand fallenden Bogen, als unter demſelben der Kopf eines Bildes ſichtbar wurde. Miller bemerkte ihn Eine wunderbare Aehnlichkeit mit einem bekannten Geſichte frappirte ihn... Ohne daran zu denken, vaß er vielleicht ein fremdes Geheimniß enthülle, und hingeriſſen von Neugierde und dem zarten Sinne des Künſtlers, der im Nu das Erzeugniß des Meiſters erkennt— ergriff er haſtig das Porträt; doch da ſchwand der Zauber; er fand nicht mehr die Aehnlich⸗ keit, die ihn im Anfange ſo ſehr frappirt hatte. Er ſah ein herrlich gemaltes Miniaturporträt eines Mannes in einer militäriſchen Uniform, ſonſt nichts.. Doch nein die Aehnlichkeit iſt da wenn auch keine große aber mit wem— das wollte ihm nicht einfallen. Warum hatte ihn aber dieſe Aehnlichkeit im Anfange ſo ſehr frappirt?. Das konnte er nicht begreifen... Vielleicht von anders aufgefallenem Lichte? Miller legte das Bild an den frühern Platz: immer nicht derſelbe Effekt. Endlich verſuchte er mit der Hand die Kleidung zu bedecken, nur das Köpſchen frei laſſend,— ſogleich ſchrie er vor Verwunderung, vor Entzücken laut auf.. „Jenny, Jenny.„ Sie iſt's, wie ſie leibt und lebt. habe ich denn nicht ihr Geſichtchen ſtudirt.. ihre tief⸗ blauen Aeuglein!. Doch dieſes Porträt iſt beſſer als die meinigen Etwas männlich„ der Künſtler hatte die ſonderbare Idee, ſie in einem Männeranzuge darzuſtellen, und gab ihr wahrſcheinlich deswegen dieſes männliche Anſehen„ mein Täubchen, mein Herzchen! „ Wie mußte er ſich daran weiden, Dich zu malen