Druckschrift 
Petersburg am Tage und bei Nacht. 5.-8.Bändchen
Entstehung
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Viertes Kapitet. Chriſtel und Jutſchba.

Die Menge umringte das Frauenzimmer. Der Eine wollte ſie umarmen, der andere brachte ihr ein Glas Branntwein an den Mund. Die Arme machte ſich los, wie ſie konnte. Sie war in einem einfachen Sarafan, der herrliche, wenn auch theilweiſe ſchon verkümmerte Formen umhüllte; das Geſicht war noch ſchön zu nennen, aber kränklich; die von Furcht und Thränen zitternden Augen gaben dem Geſichte einen Ausdruck tiefen Leidens. Der Haufen wurde immer dichter, man balgte ſich um das arme Weib, es fielen Hiebe, der Tſcherkeſſe ſchwang ſeinen Stock. Da erſchallte ein ſchreckliches:

„In aller Teufel Namen! Hieher mit dem Weibe!“

Und vor dem Häuptlinge theilte ſich die Menge und bildete einen freien Weg, auf dem man die Frau zu ihm führte. Es war Chriſtel.

„Wirth!“ ſchrie der Häuptling:„wer iſt's?“

„Sie ſagt, ihr Mann ſei hier ſie kam zu ihrem Manne ſie weinte ſo jämmerlich ſo daß ich ſie hineinließ... ſprach zitternd ein breitſchultriger Kerl in einem rothen ruſſiſchen Hemde, der Wirth des Speiſe⸗ hauſes„zum Vorgebirge der guten Hoffnung.“