14
ich dem Hauswirthe nicht zahlen kann; und von dort läßt man einen zu keiner Zuſammenkunft frei, und wäre es auch eine mit dem Teufel ſelbſt.“
„Wozu von ſolchen Dingen um Mitternacht ſprechen! Uum die Wohnung bekümmere Dich nicht: hier haſt Du gerade ſoviel als Du ſchuldig biſt; wie Du Dich aber dieſe zehn Tage durchhilfſt, das ſei Deine Sorge. Die Noth erinnert Dich am beſten an unſere Zuſammenkunft. Sei nicht boͤſe, daß wir Dich mit ſo Wenigem entlaſſen. Wenn Du die Sache uns zu Willen machſt, ſo glaube mir, wirſt auch Du zufrieden ſein! Verlieren wirſt Du dabei nicht! Du haſt nicht mit ſolchen Leuten zu thun. Vergeſſe aber ja nicht, in zehn Tagen; doch Du erinnerſt Dich gewiß daran, der Hunger wird Dich mahnen. Siehſt Du, wie zeitlich Du Dich jetzt eingefunden
Miller ging ſeiner Wege und ſtellte ſich in zehn Tagen noch etwas vor Mitternacht beim Gaſthauſe mit dem ei⸗ genthümlichen Aushängeſchilde ein. Es war Herbſt, und das Petersburger Wetter um dieſe Zeit iſt nur allzu be⸗ kannt: des Morgens Regen und Schnee, des Abends Schnee und Regen und des Nachts ein nicht zu unter⸗ ſcheidendes Gemengſel, jedenfalls Schmutz in Hülle und Fülle. Miller war aus der uns ſchon befannten Urſache ohne Rock; das hinreichend gelöcherte Hemd ließ dem Winde freien Lauf, und dieſer umſpielte etwas rauh Arme und Bruſt, die nicht mehr ſo kräftig wie früher furchtlos Stürmen und Unwetter trotzten; die Noth hatte ſie geſchwächt. Der arme Künſtler huſtete oͤfters und blies in die erſtarrten Hände, um ſie zu erwärmen.
„Es fehlt an Unwettern wie an Unglücken nicht auf Erden, vor den einen wie vor den andern iſt kein Schutz zu finden.“
Das Wetter war übrigens ein ganz gewoͤhnliches, ein ächt Petersburger, mit dem nur angereiste Aus⸗ länder nicht zufrieden ſind. Die Petersburger ſagen ihnen vann zum Troſte;
.


