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Petersburg am Tage und bei Nacht. 1.-4. Bändchen
Entstehung
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reden noch aufrecht zu ſtehen fehlte. Alle blickten ver⸗ wundert auf dieſe ſtumme Scene. Newski verwirrte ſich unwillkürlich unter dem magiſchen Einfluſſe der ſtarr auf ihn gerichteten Augen und der allgemeinen Aufmerkſamkeit. Endlich brach Frau Elkin in einen Redeſtrom aus. Das iſt er, rief die Unglückliche aus, das iſt er! Ich ſchwöre Euch, er hat meine Jennh zu Grunde

gerichtet; die Mutter Gottes ſelbſt hat ihn hieher ge⸗

führt... Ah, mein ſchöner Herr, Du glaubſt vielleicht, ich habe Dich nicht bemerkt, als Du Deine aufgeblaſene Dame zu mir aufs Dachſtübchen begleiteteſt, dann zurück⸗ kehrteſt und ſie in der Kaleſche erwarteteſt; Du haſt Dich in Deinen Mantel gehuͤllt, aber ich habe Dich doch ge⸗ ſehen; und wer Dich ein Mal ſieht, vergißt Dich ſein Leben lang nicht: Du ſelbſt biſt wohl gewaltig ſchön... Dein Handwerk iſt aber nicht beſonders ſchön...

Und bei dieſen Worten ging Frau Elkin in drohen⸗ der Stellung, mit funkelnden Augen Newski immer näher auf den Leib.

Die Erinnerung erwachte in Newskis Gedächtniß; ſie ſtellte ihm manch aufregendes Bild vor Augen; doch er konnte doch nicht recht begreifen, nicht ganz den Zu⸗ ſammenhang erfaſſen und war daher ſehr befremdet über das Benehmen dieſer Frau, deren Zorn immer heftiger aufwallte. Der liebe Himmel mag wiſſen, was das i geweſen wäre, wenn Miller ſie nicht zurückgehalten

ätte.

Halten Sie ein, um Gottes Willen, halten Sie ein, Anaſtaſie Jwanowna, flüſterte er, ihren Kleidärmel erfaſſend:die Geſchichte kann ein ſchlechtes Ende nehmen; man ergreift Sie und ſperrt Sie ins Gefängniß, wer weiß, was man mit Ihnen macht.

Man mache mit mir was man wolle, wenn man nur mit ihm nach meinem Wunſche verfährt.

Der Präſident nahm einen ſtrengen Ton an. Hören Sis, Frau, ich fordere Sie im Namen des