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tern fallenden Locken zurück, blickte unwillkürlich in den Spiegel und bedeckte das Geſicht ſchnell mit den Händen.
„Nein, Fenja,“ ſprach ſie faſt in Thränen;„es war ein Traum: ich bin ja nicht ſchön.“
„Was fällt Ihnen ein, gnädiges Fräulein! Der Herr ſei mit Ihnen! Nun, zeigen Sie Ihr Geſichtchen, blicken Sie mich an möge ich nicht Weihnachten erleben, wenn Sie nicht ſchöner als alle die Fräulein, die uns beſuchen etwas blaß; aber wie wäre das anders möglich! bis zum Hahnenſchrei wachen! Stehen Sie auf, ich will Sie auskleiden!..
Und das zarte, feine, weder von einem ſündigen Ge⸗ danken, noch von heißer Leidenſchaft angegriffene Geſicht⸗ chen Mariens ſtrahlte durch den Nebel des Grames und der Schlaftrunkenheit.
Fenja entkleidete ihr Fräulein, und Marie ergab ſich matt und erſchöpft ihren Künſtlerhänden; ſie bemerkte nicht, wie Fenja ihre Haare lockte und in Papilloten hüllte, ſie wußte nicht, wie ſie ins Bett kam und ſetzte ihre Phantaſiegebilde halb ſchlafend, halb wachend fort, in einem unklaren Halbdunkel, in einem unbegreiflichen Zu⸗ ſtande.— Fenja löſchte das Licht aus und ging gähnend in ihr Kämmerchen.


