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denen ſie ſich in der Einſamkeit ihres Zimmers ganz hin⸗ gab; doch der Gedanke an das Schickſal des armen Waiſen kam ihr oͤfters in den Sinn. Man hielt deßwe⸗ gen Berathungen mit Naſar Naſarowitſch und entſchloß ſich, Abends mit Newoki Larüber zu ſprechen und ſelbſt Umanskis Hilfe anzugehen. Olga trat in das Zimmer der Mutter ſchon im völligen Staate und die Alte be⸗ trachtete ſie lange mit inniger Freude; endlich nahm ihr Freude athmendes Geſicht nach und nach einen traurigen Ausdruck an, und die Thränen floßen.
„Erinnerſt Du Dich, Olinka,“ ſagte ſie,„Du trugſt dieſes Kleid, als wir den halbtodten Wanja auf der Straße fanden.“
Olga wendete ſich ab, damit die Mutter ſie nicht weinen ſehe.
Die Abendgeſellſchaft bei Umanski war nicht groß. Im kleinern Gaſtzimmer ſaßen zwei Mävchen, Olga und Marie, deren Benehmen ſo ungezwungen war, als wären ſie ſchon ſeit einer Ewigkeit bekannt; auch befanden ſich hier Finski, Lenin und Neweki. Olga war ſo wohl, ſo heiter zu Muthe. Anfangs fühlte ſie ſich in dieſer langen Reihe Zimmer etwas befangen, gewöhnt an ihr heimli⸗ ches Stübchen; auch ſchüchterten ſie die fremden Männer ein, die ſo gar nicht Naſar Naſarowitſch und dem Herrn Newſgodin glichen,— die einzigen Männer, deren Ge⸗ ſellſchaft ſie bis jetzt genoſſen hatte. Doch bald fühlte ſie ſich heimlich, als hätten Alle es ausgemacht, ſich ihr gleichzuſtellen. Olgas Benehmen war ſo lieb, ſo naiv, war von einer ſolchen Friſche, Reinheit und Offenherzig⸗ keit durchhaucht, daß man von ihr eingenommen werden mußte, und darum nahm der kleine Kreis, der ſich in dieſem Gaſtzimmer verſammelte, Olga als ein einge⸗ wohntes, liebes Mitglied auf. Die Geſellſchaft war in der heiterſten Stimmung; vergangene Gefahren ſind im⸗ mer in der Erinnerung angenehm, und es waren ihrer ſo manche geweſen, die Erinnerung daran noch friſch. Und


