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Scheint es nicht, daß dies für's Glück— für den innern Frieden hinreiche!— Doch ſo ſehr Ihr auch das Herz eines Frauenzimmers behütet, eine innere Stimme, die Stimme der uns umgebenden Natur, flüſtert ihm zu, es gibt noch andere Gefuͤhle, andere Genüſſe; und wenn ſich nur die leiſeſte Gelegenheit darbietet, ſo wallt dieſes unerfahrene Herz um ſo gewaltiger auf, um ſo lauter, um ſo gebieteriſcher fordert es ſeinen Theil fieberiſcher Auf⸗ regungen, nur die lichte Seite an ihnen errathend: es begreift noch nicht das durch die weite Welt in ſeinem ganzen Umfange verbreitete Uebel. Dann läßt ſich nicht mehr eindämmen die Fluth der Leidenſchaften und Begier⸗ den, nach denen dieſes Herz fortwährend lechzt.
Die Alte weidete ſich an ihrer Tochter wie ein Geiz⸗ hals an ſeinen Schätzen. Sie ſchmückte ſie, obgleich Olga faſt nie ausging; ſie bewahrte ſie vor allen Beſchäftigun⸗ gen, die ihre Hände oder ihre Hautfarbe verderben könn⸗ ten; entfernte ſie von jeder Berührung mit den Dienſt⸗ boten des Hauſes, um ſie dadurch von allem Materiellen, von allem Weltlichen fern zu halten. Die Alte duldete den Umgang Olga's mit dem Zerlumpten, weil man die Waiſe, wie ſie ſagte, nicht verſtoßen könne: Gott habe ihn ihnen geſandt; auch beſaß er trotz ſeinem rauhen Aeußern ſo viele erhabene Gefühle, er war von ſo inniger Dankbarkeit für die zwei Frauen beſeelt, daß ſie die alte Benski bemerken und werth halten mußte.


