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das wußten ſie ſelbſt nicht: ſie wollten gewiß die ewige Ruhe des Todten nicht ſtören. Sie küßten ihm die Hand, bekreuzten ſich dreimal und wollten ſich eilig davon machen.
„Wanja!“ ſagte der Andere, auf etwas weißes auf dem Boden zeigend:„das hat gewiß der Selige fallen laſſen nimm', es gehört Dir?“
Wanja hob es auf, es war ein Päckchen Papiere, er ſteckte ſie zu ſich, ohne recht zu wiſſen, wozu ſie ihm nützen konnten. Erſt im Freien athmeten die armen Jun⸗ gen frei auf.
Am andern Morgen holten die benachbarten Arbeiter einen Geiſtlichen, beerdigten den Alten auf dem ſogenann⸗ ten Wolfsfriedhofe, und begaben ſich in die nächſte Schenke für die Ruhe ſeiner Seele zu trinken. Der Zerlumpte blieb allein am Grabe ſeines unglücklichen Vaters. Er war kein zärtlicher Sohn geweſen: wer hätte auch in ihm das tröſtende Gefühl kindlicher Liebe zur Reife bringen ſollen. So weit die Erinnerungen des Zerlumpten gingen, hatte ſein Vater ſich immer in einer gewiſſen Verſtandes⸗ ſchwäche befunden; wenn er ſeinen Sohn erkannte, war es mehr aus Gewohnheit als aus Naturtrieb. Nur vor ſeinem Tode war er zu ſich gekommen, vor ſeinem Tode hat er ſich zum erſten Male mit Liebesworten an ihn ge⸗ wandt, damit er nur den Schmerz ewiger Trennung um ſo heftiger fühle. Der Gedanke, nun eine völlige Waiſe zu ſein, iſt wie der Gedanke einer völligen Entfremdung vom Vaterlande für das Herz eines Ruſſen unerträglich, da dieſem der Kosmopolitismus ganz fremd iſt. Wanja hatte den Inſtinkt ſeiner Lage, und es war dem Armen gar ſchwer ums Herz. Für Niemanden hatte er nun einen Groſchen zuſammenzulegen, oder irgend einen Wunſch zu äußern. Für ſich ſelbſt?— doch Wanja hatte im Gefühle des Egoismus noch keinen Genuß gefunden.
„Eine Waiſe„in jeder Beziehung verwaist! dachte der Zerlumpte; eine Waiſe fürs ganze Le⸗


