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„Warte nur Senja!“²) dachte unſer Zerlumpter:„Du bellſt mich nicht mehr an, daß mein Vater im Armen⸗ hauſe ſei heute noch ſoll er frei ſein.„ Mein Alter wäre gar nicht hineingekommen, wenn mich nicht eine Krankheit niedergeworfen hätte, und er ſelbſt taugt nun zu gar nichts mehr.“
Und nun machte ſich der Zerlumpte auf den Weg, für ſeinen Vater einen Zufluchtsort aufzufinden, verſteht ſich in nur ihm bekannten Straßen der Armuth und der Sittenverderbniß, die faſt immer von einander unzertrenn⸗ lich ſind. Er hatte ſich ſchon von der ſchlafloſen Nacht und den traurigen Nachtgedanken aufgeheitert und ging ſpringend nicht auf dem Trottoir, ſondern in der Mitte
der Straße, weil man ſich da auf den Hinterſitz einer antideluvianiſchen Equipage ohne Lakai ſchwingen, und ſo
Hals und Kopf auf's Pflaſter ſchleudert... wenn dies gratis genannt werden kann!... Man konnte da einem blinden Bettler ein Bein unterſtellen, oder in die für eine milde Gabe ausgeſtreckte Hand einen Stein legen,— Bettler verfolgte der Zerlumpte mit beſonderer Grauſam⸗ keit. Er konnte eine Mulde mit gekochtem Birnwein um⸗ werſen, ein Fiakerpferd ſchrecken und dergleichen mehr. Es verſteht ſich wohl von ſelbſt, daß all dieſes nicht ſo leicht und ungeſtraft von der Hand ging.
„Da iſt der Schelm! der Kobold! er entgeht dem Galgen nicht!“ ſagten die Herumträger von allerlei Eß⸗ waaren und die Fiaker, als er an ihnen vorbeiſtrich. Und
*) Der abgekürzte Name für Simon, wie überhaupt faſt alle Namen im Ruſſiſchen theils aus Zärtlichkeit, theils aus Geringſchätzung verkleinert werden. So wird aus Wafſil Waßka, aus Sophie Sonja, aus Peter Petruſchka ꝛc.*
Anm. d. Ueberſetzers.
lange gratis fahren konnte, bis ein Peitſchenhieb ihn über


