Ein um ſo reicherer Segen ſchien auf Gonzaga's gluͤcklicheres Haupt, und das ſei⸗ ner holden Gattin, herab zu ſinken. Die ſchoͤne Statue entwickelte, als Mutter und Gäattin, den ganzen Reichthum von Empfin⸗ dungen und Geiſt, den ihre eingezogene Er⸗ ziehung, und ein vielleicht zu ſtrenger Begriff von weiblicher Wuͤrde, der aber in ihrer Na— tur begruͤndet war, damals mit einem Schleier bedeckt hatte, deſſen thauaͤhnlicher Glanz nur von verwandten Gemuͤthern erkannt, waͤh⸗ rend er von ihrer nur zu leicht von jedem falſchen Schimmer bethoͤrten Umgebung fuͤr Eis genommen wurde. Unſtreitig theilten Beide lange ein geraͤuſchloſes und beneidens⸗ werthes Gluͤck; denn die Geſchichte nennet oft mit Ruhm Gonzaga's Namen, aber nie den ſeiner Gattin, und ihre Ehe nur inſo⸗ fern, daß ihre Fruchtbarkeit an vielen und bluͤhenden Kindern erwaͤhnt wird.
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Donna Concha : Novelle. Die Freundinnen : zwei Erzählungen / Laurids Kruse
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