ſo erzuͤrnte ſie taͤglich den reizbaren Bruder, welcher, der Sitten wegen, eine foͤrmliche Einwilligung von ihrer Seite zu dem bevor— ſtehenden Ehebuͤndniſſe vonnoͤthen fand, wel⸗ che ſie nun eifriger als zuvor mit Trotz, nek⸗ kender Bitterkeit und ausgelaſſenem Spott uͤber den aufgedrungenen Braͤutigam, verwei⸗ gerte. Vergebens war Dianens Muͤhe, ſie zu troͤſten und milder zu ſtimmen; ja es war, als ſaͤhe Renée ſelbſt in der Freundin eine plotzliche Stoͤrerin des ſchwachen Schim⸗ mers ihres Gluͤckes.— Die Verſtimmung des Hofes war zwar weniger ſichtbar; aber wie viele Vaͤter, Muͤtter, Toͤchter, die ſich im ſtillen Herzen mit einer Verbindung mit dem kuͤnftigen Herzog von Mantua, dem ſchlanken Don Louis Gonzaga, geſchmeichelt hatten, waren getaͤnſcht. Wie viele Herzoͤge, Gra⸗ fen, junge und alte, waren mitten in ihren Seufzern nach den Reizen, dem Reichthum und Anſehen der Prinzeſſin von Rovers ge⸗ hemmt worden. Unwille und Verlaͤumdung
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Donna Concha : Novelle. Die Freundinnen : zwei Erzählungen / Laurids Kruse
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