wegen, von welchen doch nur dunkle und un⸗ zuverlaͤſſige Sagen in der Umgegend ſich ver⸗ breitet hatten, in erklaͤrter Feindſchaft lebte. Jene wuͤrden ſich indeſſen bald verloren ha⸗ ben, wenn nicht die beiden Maͤnner ſich auf eine auffallende Weiſe vermieden, und, wenn ſie zufaͤllig mit einander zuſammentrafen, oh⸗ e gerade in rohe Feindſeligkeiten auszubre⸗ chen, kalte, ſtolze und zornige Blicke gewech⸗ ſelt haͤtten, weniger jedoch, wie es ſchien, um ſich herauszufordern, als aus einer tiefen Abneigung; beſonders ſchien ein verhaltener Zorn des muͤrriſchen Murviedro's Blicke zu verduͤſtern, wenn dieſe auf einen altmodiſchen Brillantring fielen, den der lebensfrohe Don Caͤſar am Finger trug, und wenn dieſer, je⸗ ne Blicke bemerkend, nicht ohne ſichtbare Schadenfreude ſich bemuͤhete, ihn recht in al— len ſeinen bunten Strahlen glaͤnzen zu laſſen. Der Urſprung dieſer Feindſchaft wurde im Allgemeinen einem fruhen Liebeshandel zug⸗ ſchrieben, bei welchem Murviedro der Ge⸗
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Donna Concha : Novelle. Die Freundinnen : zwei Erzählungen / Laurids Kruse
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