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Das Vierte Gebot oder die ungleichen Brüder / von Gustav Niebitz
Entstehung
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Lederwerk oder Handwerkzeug langte, zog er das kleine

zu erwaͤrmen, die Arme wiederholt gegen Das kalte Waſſer war doch auch gut die Lampe wieder aufnehmend, fortrein we es den Schlaf aus den Augen gebiſſen und ſchaͤr

als die beſte Brille ſie gemacht. Er näherte ſich einen Fenſter, wo die kleine Werkſtatt eines Schuhfli⸗ 1 ckers in Schemel und Tiſchchen beſtehend auf⸗ geſtellt war. Hinter eine aufgehaͤngte Glaskugel ſchob er die Lampe, die nun einen ſanften Schimmer uͤber das ganze Gemach ausgoß, er ſelbſt ſetzte ſich in dem ausgehoͤhlten, harten Schemel zurecht. Bevor er nach

geſtrickte Käͤppchen vom Haupte, faltete die Haͤnde und ſprach halblaut:Ach lieber Gott! ich danke Dir fuͤr die Ruhe der uͤberſtandenen Nacht. Schenke mir im⸗ mer ein gutes Gewiſſen und dauernde Geſundheit. Erhalte mir mein Kind und gieb uns heute das täg⸗ liche Brod. Laß mich nicht in Suͤnd' und Schande fallen, ſondern Gnad' erlangen durch Jeſum Chriſtum. Amen.

Froͤhlich ging er nun an die Arbeit. Die Ahle bohrte ihre Löcher; die Schweinsborſte, mit dem Hanf⸗ faden durch Schuſterpech verbunden, heilte klaffende Wunden im Stiefel und Schuh; aber der gewichtige Hammer bekam nichts zu thun.Denn ſprach der Schuhflicker vor ſich hindie arme Frau Hille